Der "Standpunkt" in der ew 06/2026: 25 Jahre edna
Autor: Dirk Heinze, Geschäftsführer Meine-Energie GmbH und Präsident des edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation e.V.

„Das Ende der babylonischen Sprachverwirrung im Energiemarkt“ – das war unser Ziel, als wir vor 25 Jahren die EDNA-Initiative gründeten. „Wir machen’s einfach!“ (in beiden möglichen Betonungsvarianten) lautete entsprechend unser Slogan. Tatsächlich dachten wir damals, dass wir die Herausforderungen der Marktkommunikation und der Interoperabilität der beteiligten Softwaresysteme in wenigen Jahren lösen und uns dann folgerichtig auch wieder auflösen könnten. Dazu brachten wir die Softwarehersteller, Beratungshäuser, Dienstleister und Versorgungsunternehmen – und damit alle Marktpartner, die daran interessiert waren, dass die Kommunikationsprozesse im Energiemarkt sicher, zuverlässig und möglichst einfach abgebildet werden – an einen Tisch. Dieses zugegebenermaßen ambitionierte Ziel haben wir leider nicht erreicht. Und genauso wenig konnten wir uns nach wenigen Jahren auflösen. Im Gegenteil: Aus der EDNA-Initiative wurde der edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation. Und wir beschäftigen uns nach wie vor damit, den Marktpartnern das Leben möglichst einfach zu machen. Zumindest was die Themen Digitalisierung und Entbürokratisierung angeht.
Die Besonderheit: Das machen wir nach wie vor gemeinsam. Zu Beginn wollten wir beweisen, dass Standards funktionieren, und füllten in den 2000er-Jahren mit unseren „begehbaren“ Marktprozessen über ein Dutzend Softwaresysteme hinweg sowie dem dazugehörigen Ausstellungsprogramm auf Veranstaltungen wie der EDMlive oder der Util-IT am Ende eine ganze Messehalle. Heute kümmern sich unter unserem Dach Unternehmen, die ansonsten auf dem Markt in hartem Wettbewerb miteinander stehen, gemeinsam darum, dass etwa die Kommunikation via AS4 oder der 24-Stunden-Lieferantenwechsel funktionieren. Dabei geht es nie um Partikularinteressen wie in anderen Industrieverbänden, sondern immer darum, dass die digitale Infrastruktur in der Versorgungswirtschaft funktioniert – zum Vorteil aller. Dazu haben wir mit der Technologie Initiative Energie + (tie+) und der Initiative evu+ auch neue Themen und Kompetenzen „an Bord“ genommen.
Dass dieses „Miteinander“ machbar ist, hat edna in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten bewiesen. Dabei haben wir unsere Vorstellungen oft durchaus offensiv, manchmal auch etwas aufmüpfig oder provokant vertreten. Das gefiel anderen Verbänden, der Bundesnetzagentur oder dem Bundeswirtschaftsministerium nicht immer. Dennoch konnten wir immer wieder dazu beitragen, dass neue Regelungen, Fristen, Formate oder Prozesse praxisgerechter gestaltet wurden. Das bleibt unser Ziel, sei es durch eine konstruktive Mitarbeit an der Ausgestaltung des MaBis-Hubs oder mithilfe unserer neuen Standardschnittstelle zwischen Niederspannungsleitsystem und ERP, mit der wir den Steuerungsrollout voranbringen wollen. Und wir werden das auch weiterhin gemeinsam tun, vor allem im Interesse derjenigen, die am Ende mit diesen neuen oder geänderten Prozessen arbeiten müssen. Insofern könnte edna ein Modell für den Markt insgesamt sein. Wenn wir alle, die sich mit der jeweiligen Problemstellung in der Praxis auskennen, an einen Tisch bringen, werden wir bessere und vor allem funktionierende Lösungen finden – gemeinsam im offenen Austausch und ohne ideologische Scheuklappen oder Wettbewerbsdenken.
Deswegen: Lassen Sie uns im Gespräch bleiben!