Über Jahrzehnte war der Briefwechsel zwischen Marie Curie (geb. Maria Skłodowska) und Albert Einstein auf Archive in mehreren Ländern verstreut und nie veröffentlicht. Dank tiefgehender Recherche von Dr. Ewa Łabno-Falęcka konnten die Briefe der beiden Nobelpreisträger aus den Jahren 1911 bis 1932 in einem detailreichen Band vereint werden – und kommen nun nach Ulm. Am Montag, den 12. Oktober 2026, lädt der Albert Einstein Discovery Center Ulm e.V. um 18:30 Uhr (Einlass ab 18 Uhr) zur Buchvorstellung ins Stadthaus Ulm ein.
Die Herausgeberin stellt die Publikation gemeinsam mit Prof. Hanoch Gutfreund vor, dem ehemaligen Präsidenten der Hebrew University of Jerusalem und Leiter des dortigen Albert-Einstein-Archivs, sowie mit Dr. Felix Streiter, Geschäftsführer der Carl-Zeiss-Stiftung. Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher spricht Grußworte. Der Eintritt ist frei, um vorherige Anmeldung unter veranstaltungen@einstein.center wird gebeten. Der Band ist nur in kleiner Auflage erhältlich; am Veranstaltungsabend kann er vor Ort für 50 Euro erworben und auf Wunsch signiert werden.
Die Suche nach den lange in Vergessenheit geratenen Briefen ging für Ewa Łabno-Falęcka um die ganze Welt: Sie spürte sie in diversen Archiven und Forschungseinrichtungen auf, darunter in Jerusalem, Paris, Zürich, Princeton und Düsseldorf. Ein Teil der Dokumente musste hierbei sogar vor der Bearbeitung dekontaminiert werden, denn Marie Curie arbeitete jahrzehntelang mit Radium. Viele ihrer Papiere und Habseligkeiten sind bis heute messbar radioaktiv belastet.
Ewa Łabno-Falęcka führte insgesamt 25 Briefe und eine Postkarte zusammen, die auf Initiative ihrer Stiftung für die Entwicklung der Bildung für die Industrie (Fundacja Rozwoju Edukacji dla Przemysłu) in Zusammenarbeit mit dem Maria-Skłodowska-Curie-Museum in Warschau veröffentlicht wurden. Die Publikation enthält Faksimiles der Originaldokumente sowie Übersetzungen und wissenschaftliche Kommentare von Prof. Hanoch Gutfreund, der im Albert-Einstein-Archiv den Nachlass Einsteins betreut, von Prof. Jan Piskurewicz (Polnische Akademie der Wissenschaften) und von Prof. Tomasz Pospieszny (Adam-Mickiewicz-Universität Poznań), die beide seit Jahren zu Curie forschen. Jede Seite des Bands stellt so das Original der Übersetzung gegenüber. Nach Ausgaben in polnischer, englischer, französischer und japanischer Sprache liegt der Briefwechsel nun auf Deutsch vor – und wird in Einsteins Geburtsstadt Ulm vorgestellt.
„Einstein ist für die meisten eine Formel und eine Frisur“, so Nancy Hecker-Denschlag, Vorsitzende des Albert Einstein Discovery Center Ulm e.V. „In diesen Briefen ist er ein ganz nahbarer Mensch, der einer Kollegin schreibt, die er bewundert. Auch diesen Einstein wollen wir in Ulm erlebbar machen.“
Eine Freundschaft, die überdauert
Die zwölf Jahre ältere Physikerin Marie Curie war für Einstein Vertraute und Mentorin. Der Briefwechsel eröffnet einen faszinierenden Einblick in die Freundschaft zweier herausragender Persönlichkeiten der Wissenschaft des 20. Jahrhunderts. Er dokumentiert ihren gegenseitigen Respekt, ihr gemeinsames Engagement für die Freiheit der Forschung sowie ihr Eintreten für Frieden und humanistische Werte. Beide gehörten so etwa der Internationalen Kommission für geistige Zusammenarbeit des Völkerbunds an, aus der später die UNESCO hervorging.
„Eine wahre Ikone der Wissenschaft, deren Leistungen die Grenzen von Zeit, Staaten und Sprachen überschreiten – und über die ihr Bewunderer Albert Einstein einmal sagte, sie sei die einzige ihm bekannte Person, die der Ruhm nicht verdorben hat", sagt Dr. Ewa Łabno-Falęcka, Herausgeberin und Präsidentin der Stiftung für die Entwicklung der Bildung für die Industrie, über Marie Curie.
Ewa Łabno-Falęcka ist promovierte Germanistin, studierte in Tübingen und lehrt heute an der Technischen Universität Warschau. Die Publikation erschien mit freundlicher Unterstützung der Carl-Zeiss-Stiftung, des POLONIKA – Nationalinstituts für das polnische Kulturerbe im Ausland, der Stadt Warschau und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Buchhandlung Hugendubel in Ulm statt.
Programm
Eröffnung des Abends durch Dr. Nancy Hecker-Denschlag
Grußwort Oberbürgermeister Martin Ansbacher
Buchpräsentation „Marie Skłodowska-Curie und Albert Einstein BRIEFE / 1911–1932" mit Dr. Ewa Łabno-Falęcka (Autorin und Herausgeberin), Prof. em. Hanoch Gutfreund (ehem. Präsident der Hebrew University und akade-mischer Direktor des Einstein-Archivs Jerusalem) und Dr. Felix Streiter (Ge-schäftsführer der Carl-Zeiss-Stiftung)
Ausklang im Foyer
Termin auf einen Blick
Montag, 12. Oktober 2026, 18:30 bis 22 Uhr (Einlass ab 18 Uhr)
Stadthaus Ulm, Münsterplatz 50, 89073 Ulm
Eintritt frei, Anmeldung erbeten unter veranstaltungen@einstein.center
Der Band ist am Veranstaltungsabend für 50 Euro vor Ort erhältlich, auf Wunsch signiert
Kontaktdaten:
Albert Einstein Discovery Center Ulm e.V.
Vorsitzende: Dr. Nancy Hecker-Denschlag
Bessererstraße 13-15 – 89073 Ulm
Tel.: +49 731 9642 8181
info@einstein.center – https://einstein.center
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Press’n’Relations GmbH – Uwe Pagel & Christoph Buck
Magirus-Deutz-Str. 14 – 89077 Ulm
Tel.: +49 731 146 156-89
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Über den Albert Einstein Discovery Center Ulm e.V.
Am 14. März 1879 wurde Albert Einstein in Ulm geboren. Die Stadt gedenkt Albert Einstein zwar immer wieder in verschiedener und vielfältiger Art und Weise. Allerdings fehlt Ulm als Geburtsstadt Einsteins bisher eine öffentliche Einrichtung, die den bekanntesten Physiker aller Zeiten und berühmtesten Sohn der Stadt angemessen würdigt. Dies will das "Albert Einstein Discovery Center Ulm e.V." ändern. Gegründet wurde der Verein im September 2016 von Bürgerinnen und Bürgern aus Ulm und Umgebung. Neben Dr. Nancy Hecker-Denschlag als erste Vorsitzende sind Jens Burkert, Ditte Endriß, Dr. Karsten Bischoff und Erhard Sepp mit im Vorstand. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, eine öffentliche Einrichtung zu schaffen, die Einsteins Bedeutung für Wissenschaft und Technik, aber auch für Pazifismus, Humanismus und Völkerverständigung im Alltag für Bürgerinnen und Bürger in Form einer Erlebniswelt erfahrbar macht. Das Vorhaben sieht eine Einrichtung vor, die eine umfassende, moderne, interaktive und multimediale Gesamtschau präsentiert. Leben und Werk Albert Einsteins, Einsteins Theorien in aktueller Technik, die Umsetzung technischer Phänomene in Experimentierstationen im Science Center sowie das Menschsein Einsteins in all seinen Facetten sollen in Ausstellungen, Workshops, Vorträgen und Erlebniswelten erfahrbar werden.