In diesem Jahr feiert die Friedrich Sailer GmbH ein besonderes Jubiläum: Vor 100 Jahren, im März 1926, gründete der damals 25-jährige Friedrich Sailer seinen metallverarbeitenden Betrieb in einer kleinen Werkstatt im süddeutschen Neu-Ulm. Heute ist daraus ein gefragter Spezialist für hygieneoptimierte Einrichtungslösungen geworden – mit der Pharmaindustrie als Schwerpunkt, die rund die Hälfte des Umsatzes ausmacht. Reinraummöbel, Personalschleusen und kundenspezifische Sonderlösungen von Friedrich Sailer sind mittlerweile fester Bestandteil zahlreicher GMP-regulierter Produktionsumgebungen. Neben der Pharmaindustrie gehört seit vielen Jahren auch die Planung und Umsetzung technischer Reinräume für die Hightech-Branche, darunter Optik, Messtechnik, Halbleiter- und Batterieproduktion, zum Kerngeschäft von Sailer. Drei Konstanten haben die Erfolgsgeschichte des Unternehmens über ein Jahrhundert geprägt: Pioniergeist, ein hoher Qualitäts- und Serviceanspruch sowie der Mut, neue Wege zu gehen. Dass zahlreiche Pharma-, Biotech- und Hightech-Unternehmen, beispielsweise Boehringer Ingelheim, Ursapharm, CSL Behring, Miltenyi Biotec, Daiichi Sankyo, aber auch Rohde & Schwarz, Zeiss oder PowerCo, auf die Lösungen von Sailer setzen, ist das Ergebnis dieser Haltung. „Wir haben in jeder Generation Neues gewagt und uns so über die Spezialisierung auf Edelstahlmöbel bis hin zum heutigen Einrichtungsspezialisten für die Pharma- und Hightech-Branche entwickelt. Diese Bereitschaft, Chancen zu erkennen und zielstrebig zu nutzen, ist unser eigentliches Erbe und der Grund, warum wir auch die nächsten Jahre mit Zuversicht angehen“, sagt Christoph Mützel, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Katrin in dritter Generation führt.
Die Geschichte der Friedrich Sailer GmbH ist eine Geschichte konsequenter Weiterentwicklung. Angefangen mit Kochkesseln für Metzgereien und Anlagenbau für die Lebensmittel- und Chemieindustrie, machte das Unternehmen früh die ersten Schritte in Richtung hygienekritischer Produktionsumgebungen. In den 1960er Jahren wurde hier Edelstahl zum Markenzeichen von Sailer – robust, korrosionsbeständig und vor allem optimal zu reinigen. Den entscheidenden Impuls, über Einzelmöbel hinaus zu denken, brachten später die BSE-Krise und das EU-Hygienepaket 2006. Sailer entwickelte sein Geschäftsmodell grundlegend weiter – hin zu ganzheitlichen, hygieneoptimierten Einrichtungslösungen für reine Räume. Investitionen in einen modernen Maschinenpark, CAD-gestützte Konstruktion und eine eigene Roboter-Laserschweißanlage schufen die fertigungstechnischen Voraussetzungen, auch komplexe Konstruktionen mit hohen Reinheitsanforderungen reproduzierbar zu fertigen.
Wie aus einer Kundenanfrage ein Pharma-Geschäftsmodell wurde
Vor etwa 20 Jahren ebnete ein Anruf dann den Weg in die Pharmabranche: Ein Reinraumhersteller fragte einen Tisch für pharmazeutische Anwendungen an, konnte jedoch die spezifischen hygienerelevanten Material- und Konstruktionsvorgaben nicht bereitstellen. „An diesem Punkt realisierten wir das Potenzial, uns durch tiefgreifendes Material- und Prozesswissen als kompetenter Lösungsanbieter in dieser Branche zu positionieren“, erinnert sich Christoph Mützel. Um bestehendes Wissen zu vertiefen, startete Sailer in der Folge ein vom Fraunhofer IPA begleitetes, zweijähriges Forschungsprojekt zu hygieneoptimierten Edelstahlmöbeln und Einrichtungen für Reinräume und Risikobereiche. Das daraus entstandene Verständnis für Materialvorgaben, Konstruktionsdetails und Reinigbarkeit hat den Namen Sailer für viele Kunden zum Synonym für höchsten Qualitätsanspruch gemacht. „In der Pharmaproduktion kann schon ein winziges Detail über den Audit-Erfolg entscheiden. Sailer denkt den Prozess vom Anfang bis zum Ende, ohne dass wir ständig den Finger draufhalten müssen. Eine Verlässlichkeit, die im Projektalltag Gold wert ist“, so Richard Weber, Senior Engineer Bautechnik Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG.
Ein Fundament, das trägt
Was als Forschungsprojekt begann, steht heute für Sailers Anspruch und Leistungsversprechen gleichermaßen: Ob einzelnes Edelstahlmöbel oder komplexe Personalschleuse, Sailer führt regulatorische und prozessuale Anforderungen mit individuellen Kundenwünschen zusammen und entwickelt daraus passgenaue Einrichtungslösungen – von der Konstruktion über die Fertigung bis zur auditsicheren Dokumentation. „Wir arbeiten seit über zehn Jahren mit Sailer zusammen und die Mitdenk-Kultur hat sich nie geändert. Regulatorische Anforderungen, an denen andere Lieferanten scheitern, werden zur gemeinsamen Aufgabe – ohne dass wir lange erklären müssen, warum sie wichtig sind. Auf so eine Haltung sind wir in unserer Branche angewiesen“, sagt Sabine Rott, Leiterin Projekt- und Personalmanagement Technik bei der Ursapharm Arzneimittel GmbH.
Wo höchste Reinheit auf empfindlichste Technik trifft
Wie eng Reinheit und Präzision in der Hightech-Branche zusammenhängen, zeigt sich besonders auch in der Elektronikfertigung. Hier können bereits kleinste Partikel empfindliche Bauteile beeinträchtigen. Da die Mitarbeitenden den größten Einfluss auf die Sauberkeit im Reinraum haben, kommt der Eintrittskontrolle eine entscheidende Schlüsselrolle zu. Die Personalschleuse wird damit zur ersten und wichtigsten Kontrollinstanz: Sie steuert den Übergang in den Reinraum und hält Partikel und Verunreinigungen zuverlässig draußen. Auch für solche Anwendungen entwickelt Sailer passgenaue Schleusenlösungen wahlweise in Edelstahl oder HPL. „Hightech-Produktion verzeiht keine Kompromisse, weder bei der Verarbeitung der Bauteile selbst noch bei ihrer Umgebung. Bei Sailer treffen tiefe Fachexpertise und ein wacher Blick für jedes kleine Detail auf eine enge persönliche Begleitung über alle Projektphasen hinweg. Dieser Qualitätsanspruch von der Beratung bis zur Umsetzung hat uns voll überzeugt“, sagt Frank Lehmann, Director of Microelectronics der Rohde & Schwarz Meßgerätebau GmbH. Beispiele wie dieses belegen, dass Sailers Reinraumkompetenz längst weit über die Pharmabranche hinausreicht und überall dort gefragt ist, wo hochsensible Fertigung höchste Reinheit fordert.
Im Zuge der weiteren Expansion nahm Sailer 2019 den eigenen Reinraum der ISO-Klasse 5 in Betrieb: Endmontage und Verpackung hochsensibler Lösungen, darunter beispielsweise Stickstoff- und XCDA-Lagerschränke, die für internationale Hightech-Kunden produziert werden, erfolgen seitdem unter kontrollierten Bedingungen, sodass diese direkt nach der Auslieferung in Betrieb genommen werden können.
Mit Zuversicht in die Zukunft
Sailers Wandel vom Handwerksbetrieb zum technologischen Spezialisten belegen zahlreiche Auszeichnungen, darunter der red dot Design Award 2010, der Stahl-Innovationspreis 2012 und der Cleanzone Award 2019 für den Sailer Hygienic Design Magnet. Das aufgebaute Wissen gibt Sailer in Kundenschulungen und Fachvorträgen aktiv an die Branche weiter. 2025 ist mit Felix Mützel die vierte Generation in das Unternehmen eingetreten. „Tradition bedeutet für uns nicht Bewahren, sondern Weiterentwickeln. Mit dem Eintritt unseres Sohnes Felix und dem geplanten Neubau legen wir die Basis für das nächste Kapitel der Sailer-Geschichte“, sagt Katrin Mützel. Sailer setzt damit fort, was 1926 in einer kleinen Werkstatt begann: Neues wagen, Qualität liefern, Verantwortung übernehmen.
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Weitere Informationen:
Friedrich Sailer GmbH
Katrin Mützel
Memminger Straße 55
89231 Neu-Ulm
Tel.: +49 (0)731 985 90-22
E-Mail: k.muetzel@friedrich-sailer.de
https://www.friedrich-sailer.de/
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Über die Friedrich Sailer GmbH
Die Friedrich Sailer GmbH mit Sitz in Neu-Ulm ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen und Spezialist für hygieneoptimierte Edelstahl- und HPL-Einrichtungen, Personalschleusen und Sozialräume für reine Räume in den Branchen Pharma, Hightech und Food. Gegründet 1926 von Friedrich Sailer, wird das Unternehmen heute in dritter Generation von Christoph und Katrin Mützel geführt. Sailer beschäftigt rund 50 Mitarbeitende und betreibt am Standort Neu-Ulm einen eigenen Reinraum der ISO-Klasse 5 für Endmontage und Verpackung hochsensibler Hightech-Komponenten. Zu den Kunden zählen Weltmarktführer aus der Pharma-, Hightech- und Lebensmittelindustrie. Weitere Informationen unter www.friedrich-sailer.de.